Gemeinderatswahlen Eich 2012

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22. März 2012: Gedanken zur Kandidatur bei den Gemeinderatswahlen Eich vom 6. Mai 2012


Seit Jahren habe ich mich für politische Themen interessiert und aktiv engagiert, so beispielsweise schon im Rahmen der Behinderten- Gleichstellungsinitiative, die bis heute Vielen in Erinnerung geblieben ist.

Insbesondere hat mir aber die Nomination zum „Young Global Leader“ beim WEF 2009 und die folgenden Teilnahmen und Begegnungen an den internationalen Kongressen den Horizont entscheidend erweitert und mir eindrücklich vor Augen geführt, wie wichtig das Engagement von aufrichtig und sozial motivierten sowie gleichzeitig pragmatisch, nachhaltig und differenziert denkenden Menschen auf der politischen Bühne ist. Völlig unabhängig davon ob auf kommunaler, nationaler oder internationaler Ebene.

Nach zahlreichen Gesprächen mit Politikern darunter diversen Schweizer Parlamentariern sowie nach einem mehrtägigen Kurs in New York 2011 über „Bedeutung des Engagements in öffentlichen Ämtern“ inklusive persönlichem Treffen mit Mayor Bloomberg ist mein Entscheid gereift, mich früher oder später selber politisch engagieren zu wollen. Und dies obschon ich mir zunehmend bewusst geworden bin, dass ich das nötige Frustrationspotential für eine seriöse nationale Politik kaum mitbringen würde angesichts der (mutmasslich) leider immer noch entscheidenden Bedeutung von Lobbying und ungelösten Interessekonflikten.

Umso mehr kam die Anfrage der lokalen CVP von Eich wie gerufen, ob ich bereit wäre als Gemeindepräsident zu kandidieren. Obwohl ich bis dahin bewusst politisch unabhängig geblieben war und mich eher in der „sozialen“ Ecke sah, war ich überzeugt, hier bei der richtigen Partei zu sein, vor allem wegen der starken Persönlichkeiten und der professionellen Arbeit die hier geleistet wird. Zudem geht es auf Kommunalebene primär um eine Personen- und nicht Parteipolitik.

Die Gemeinde Eich ist eine starke und in weiten Teilen unabhängige Gemeinde mit diversen entscheidenden Standortvorteilen. Die Tatsache dass ich weder hier geboren worden bin noch seit jeher hier gelebt habe, spielt meines Erachtens aus zwei Gründen keinerlei Rolle, im Gegenteil: Einerseits habe ich mir die Gemeinde Eich ganz bewusst ausgesucht und seit Jahren von einem Zuzug „geträumt“, ich weiss aufgrund aktiver Partizipation mittlerweile mehr über Eich als über meine eigene „Heimatgemeinde“ wo ich aufgewachsen bin, bin generell frei von Altlasten und bringe zudem eine möglicherweise gewinnbringende Aussensicht mit. Und andererseits – denke ich – bedeutet Identifikation unabhängig der Wurzeln primär Wertschätzung gegenüber den Menschen und (Standort-) Vorteilen sowie Motivation zu Pflege und aktivem Erhalt derselben.

Die beiden anderen für mich entscheidenden Fragen betreffs nötiger zeitlicher Ressourcen und Führungserfahrung waren für mich rasch geklärt: Nach Aufgabe meines Amtes als Nationaltrainer der Handbiker vor gut einem Jahr wurde ein 50% Pensum „frei“, das ich bei einem angenommenen Pensum von 20-25% im Rahmen des Mandates als Gemeindepräsident selbst bei einem überdurchschnittlichen Engagement nicht ausfüllen werde; Und Führungsaufgaben habe ich seit jeher innegehabt, die Übernahme der Verantwortung sogar vielmehr gesucht: Zuerst als Ältester von 4 Kindern, dann in leitender Funktion in diversen studentischen Aktivitäten, als Oberarzt, als Clubpräsident, Eventorganisator, Nationaltrainer oder Leiter bei humanitären Projekten.

Nun freue ich mich auf die Wahl vom 6. Mai 2012, an der Seite meiner geschätzten CVP Kollegen für den Gemeinderat Verena Schmid (neu) und Robi Jost (bisher) kandidieren zu dürfen, sowie dass die Stimmberechtigen der Gemeinde Eich die Möglichkeit haben, zwischen mir und einem kompetenten Mitbewerber aus den Reihen der FDP ums Gemeindepräsidium quasi „auszusuchen“. So bin ich überzeugt, dass ein Fortbestehen einer starken Führung im Sinne der Wählenden auch in Zukunft und in jedem Fall gewährleistet ist.

07.04.2012: Kritisch hinterfragt

Ist es das erste Mal, dass Sie für ein politisches Amt kandidieren?
Ja. Obwohl ich mir über eine Kandidatur schon lange Gedanken gemacht habe, ging das richtige Türchen bisher nicht auf. Nun kam es fast etwas überraschend aber deswegen nicht weniger passend, im Gegenteil. Die Gemeindepolitik scheint mir zudem besonders interessant, da es sich primär um eine Personen- und nicht Parteipolitik handelt und die Kollegialität genauso wie eine pragmatische Entscheidungsfindung unabhängig jeder Parteizugehörigkeit im Vordergrund steht.

Politische Vorbilder?
Eigentlich keine. Ich möchte primär mir selber und meinen ethisch moralischen Grundsätzen treu bleiben. Ich zähle Menschen die das vorleben generell zu meinen Vorbildern. Herausheben möchte ich an dieser Stelle vielleicht Pascale Bruderer: Sie ist in ihrer (sozialen) Haltung gut und authentisch und darum besonders glaubwürdig, sie ist äusserst intelligent und hat trotz Zugehörigkeit zur politischen Linken nie polarisiert sondern vielmehr versucht Brücken zu schlagen. Leider ist es so, dass man die guten Leute weniger kennt, weil sie die Sache und nicht sich selber in den Vordergrund stellen. Mit guter Sachpolitik lassen sich keine Schlagzeilen machen. Mit Polemik schon.

Wie oft gehen Sie abstimmen/ wählen?
Immer. Demokratie funktioniert nur wenn die Leute mitreden.

Wie gut kennt man Sie in der Region?  Werden Sie auf Ihre Kandidatur angesprochen?
Erstaunlich gut, ich werde hier häufig auf meine Kandidatur angesprochen. Man ist da bekannt wo man sich zeigt und engagiert. Viele Leute wissen auch, dass ich am SPZ in Nottwil gearbeitet habe oder haben von mir schon einmal einen Bericht oder Beitrag in den Medien gesehen und können mich deswegen "zuordnen" wenn sie mich treffen. Der Rollstuhl hat einen grossen Wiedererkennungseffekt, vor allem in Kombination mit Klavierspielen oder der Medizin - wohl nicht zuletzt dank dem Dok Film von SF "Der Arzt im Rollstuhl - ungebremst seinen Zielen entgegen".

Wie sieht Ihr Wahlkampf aus? Veranstaltungen? Stammtisch-Besuche?
Ich habe von Anfang an betont, dass die Wahl für mich kein „Kampf“ ist. Ich kann versuchen dazu beizutragen, dass die Leute hier in Eich wissen, zu wem der Name „Christian Wenk“ auf dem Wahlzettel gehört. Und dass sie dabei eine positive Assoziation haben. Das tue ich. Alles andere würde nicht zu mir passen. Mit Küken und Ostergeschenken zu locken ist zwar nett aber für differenziert denkende Menschen ein schlechtes Wahlargument.

Welche Schwerpunkte würden Sie als Gemeindepräsident setzen?
Priorisieren kann man erst, wenn man Traktanden hat. Allgemein wichtig ist für mich in jeder Sachfrage Toleranz und Kollegialität, im Gemeinderat selbst, aber auch gegenüber jedem Einzelnen. Und genauso wie im persönlichen Leben würde ich in der Politik versuchen, meinen Grundwerten treu zu bleiben.

Auch Interesse für die nationale Politik? Was regt Sie dabei auf?
Nationale Politik interessiert mich zwar sehr, aber ich weiss dass ich das nötige Frustrationspotenzial oder ganz einfach die nötige "dicke Haut" für ein engagiertes Mitarbeiten nicht mitbringe. Zu oft werden die Entscheide meines Erachtens eher bestimmt durch Lobbying als durch Sachkenntnis oder Weitsicht. Zu oft werden Diskussionen emotional statt pragmatisch geführt. Und zu oft geht der Respekt verloren angesichts der teils offen ausgetragenen Animositäten. Und ich würde sogar vermuten, dass auf dieser Ebene die Wahrscheinlichkeit zunimmt, Menschen zu begegnen, die sich selber wichtiger sind als alles andere.