Jacqueline & Christian, die "Love-Story"

Für was „Ex- Freundinnen“ alles gut sein können...

An einem wunderschönen Frühlingstag, am Freitag 12. Mai 2006, kreuzen sich Jacquelines und Christians Wege zum ersten Mal. Im Stadthaus Zürich findet die Diplomfeier von Julia statt, zu welcher sie beide eingeladen sind. Jacqueline und Julia haben sich während eines Praktikums im Sommer 2005 im Spital Uster kennen gelernt. Julia war Christians Freundin als er im September 2000 seinen schweren Sportunfall hatte. 

Jacqueline kommt direkt von der Arbeit aus Luzern und im Foyer des Stadthauses ist bereits kein Sitzplatz mehr frei. So lehnt sie sich an eine Wand nahe der Türe und verfolgt die Veranstaltung von der Seite aus. Wenig später kommt ein junger aufgestellter Mann im Rollstuhl herein – die Feierlichkeiten sind bereits in vollem Gang. Aus Julias Erzählungen ist Jacqueline sofort klar, dass es sich bei diesem sympathischen Herrn um Christian handeln muss. Sie lächelt ihn freundlich an – er etwas verlegen zurück. Seinem Gesichtsausdruck nach scheint er gleichermassen fragend wie erfreut zu sein: Wer ist wohl diese hübsche junge Frau?

Am Ende der Diplomfeier laden Julias Eltern zum Nachtessen im Niederdörfli ein. Im ZicZac in der Zürcher Altstadt essen die beiden im Kreis der Familie und engsten Freund von Julia mexikanisch und kommen im Verlauf des Abends miteinander ins Gespräch. Die Beziehungsfrage stellt sich trotz der offensichtlichen und gegenseitigen Sympathie bei beiden nicht: sie machen kein Geheimnis draus, dass sie seit längerem in festen Händen und glücklich sind. Christian erzählt nebenbei von seinem Wunsch, als angehender Internist in einer Hausarztpraxis ein Praktikum absolvieren zu können, um einst Einblick  in die Grundversorgung zu erhalten. Jacqueline, welch Zufall (!), selbst Tochter einer Ärztin und eines Arztes, erwidert darauf wie ihr Vater als Allgemeinpraktiker die Fachanerkennung als Ausbildner geniesse und regelmässig Assistenten entsprechend coache. Ein Fakt an den sich Christian später erinnern sollte...


... und „das Herz von der Mutter der Tochter“!

In der Tat flattert im November desselben Jahres im Haus Hartmeier eine Bewerbung rein. Herr Dr. med. Christian Wenk bewirbt sich für eine Praxis- Assistenz. Weil er im Spital Bülach schon den einen oder anderen Patienten der Praxis behandelt habe, weil Bassersdorf von seinem Wohnort sehr günstig liege, weil er Gutes gehört und überdies schon Bekanntschaft mit der Tochter gemacht habe. Offenbar Grund genug sich vorstellen zu dürfen. Einige Wochen später, nach einem gemeinsamen Notfalldienst als Probe, steht dem Arbeitsvertrag nichts mehr im Weg.

Anfang April 2007 nimmt Christian seine Arbeit in der Praxis Drs. Hartmeier auf. Zu diesem Zeitpunkt geht es ihm nicht sehr gut: Anfang Jahr ist seine Beziehung in Brüche gegangen und an der Arbeit hat er zuletzt gelinde gesagt sehr wenig Wertschätzung für seinen Einsatz erhalten. In seinen zwei freien Zwischenmonaten Februar und März ist ihm zuletzt nichts mehr gelungen, auch zum Sport treiben und Klavier spielen hat die Energie, wie untypisch (!), nicht mehr gereicht. Umso befreiender ist nun die Wärme, Anerkennung und Grosszügigkeit, die er am neuen Arbeitsort erfährt. Er wird nicht nur vom Praxisteam und den Patienten äusserst freundlich und dankbar aufgenommen sondern auch von der Familie, ganz besonders von „Frau Doktor“ ein wenig wie ein eigener Sohn. Christian schliesst die Hartmeiers vom ersten Moment an ins Herz, nicht nur Judy und René, sondern auch „s’Grosi“, „d’Grandma“ und natürlich Alexandra, die jüngere Schwester von Jacqueline, welche noch zu Hause bei den Eltern wohnt und regelmässig liebevoll ein kleines Mittagessen für die „Ärzte“ vorbereitet. So kommt es vor, dass Christian abends nach einem langen Tag durchaus einmal zum hervorragend zubereiteten Schweinsfilet bleiben darf, dass die Herren zusammen einen Kongress besuchen oder sogar wie alte Freunde zusammen Sport treiben... Der Eine mit Handbike, der Andere mit Inline- Skates.

Da Jacqueline in St.Gallen an die Hebammenschule besucht und an den Wochenenden häufig nicht zu Hause ist, begegnen sich Christian und Jacqueline selten. Im April kommt es nach zunehmenden Schwierigkeiten zur Trennung in Jacquelines langjähriger Beziehung. Danach ist Jacqueline zwar wieder häufiger zu Hause in Bassersdorf, doch sie hat kaum Augen für Christian, da sie intensiv mit einer anspruchsvollen Fallstudie beschäftigt und sich überdies geschworen hat, für einige Zeit nichts mehr mit Männern oder vor allem mit Beziehungskram zu tun haben zu wollen.

Am 9. Juni, Samstag nach Abgabetermin der Fallstudie, lädt Jacqueline zu ihrem Geburtstagsfest ein. Ihre Kollegen und Freunde sind da, es ist herrliches Wetter und alle grillieren auf der grossen Terrasse. Gegen elf Uhr am Abend läutet es an der Tür: Christian, den ganzen Tag an einer Sportveranstaltung engagiert, erscheint nun doch noch. Mit einem wunderschönen Sonnenblumenstrauss in der Hand! Inzwischen sind nur noch die Familie und die engsten Freunde beim Fest, wir spielen rund um den grossen Stubentisch sitzend bis um 02 Uhr „Tabu“ und haben es lustig! Dass Christian und Jacqueline miteinander flirten, bleibt vor allem vom fast 90-jährigen Grosi nicht unbemerkt.

Am anderen Morgen fragt Christian Jacqueline per SMS nach ihren Plänen oder besser gesagt ob sie Zeit und Lust hätte zum Abendessen ausgeführt zu werden. Spontan und freudig sagt sie zu. Treffen am Stadelhofen, Spaziergang am Zürichsee und Essen in der Fischerstube. Was für ein Date! Gespräche über „Gott und die Welt“ und am Ende fast so etwas wie Vertrautheit beim Zusammenrücken auf dem Schiffsteg als in der Dämmerung dunkle Wolken aufziehen.

Es ist ein wunderschöner, stimmiger und romantischer Abend gewesen! Trotzdem bleibt Jacqueline der festen Überzeugung nun mindestens ein halbes Jahr Single bleiben zu wollen. Auch Christian erklärt sie von ihrem Vorhaben, ohne zu merken, dass sie sein Zauber bereits eingefangen hat... Es vergehen nämlich lediglich zwei Tage bis sie unter einem Vorwand von St. Gallen wieder nach Bassersdorf nach Hause kommt um ihn zu sehen. Es folgen lange Telefonate bis mitten in die Nacht, Herzklopfen inklusive, und das obwohl Christian Telefonieren über den „wahren Zweck“ hinaus eigentlich hasst! Dann am 17. Juni 2007 ist es soweit, unter einer Ficus benjamina: Die Beiden küssen sich zum ersten Mal! Die Fortsetzung sollte rasch folgen: anderntags im Hallenstadion bei Barbara Streisand... Ja so kann’s gehen!! Den Rest setzen wir als bekannt voraus. Oder sinnbildlich für ein Märchen: „Und wenn sie nicht gestorben sind, so leben sie noch heute glücklich zusammen...“

 

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